Nun durfte ich mal wieder ein Objekt von P4_Architekten fotografieren, die gerne für Bauherren planen, bei denen Geld und Architekturverstand zusammen kommen - was man ja längst nicht von jedem Bauherrn behaupten kann... Was mich dort erwartete, wußte ich schon von einem kurzen Fototermin im April, als ich dieses Haus kurz und knapp für den Tag der Architektur in Rheinland-Pfalz fotografierte. Nun, im Hochsommer, stand die eigentliche Fotoproduktion an. Ich landete an einem Ort, der für Urlaub wie gemacht war - es war heiß, die Landschaft schön, die Lage ruhig und das zu fotografierende Objekt so hell und mit wunderbaren Bezügen zur Umgebung ausgestattet. Es mag einem schwer fallen, unter solchen Bedingungen sich damit abzufinden, dass der Kalender hier nicht "Urlaub" ausweist, sondern zwei harter Arbeit, jeweils von Morgen- bis Abenddämmerung. Glücklicherweise gelang es mir trotzdem, die Wohltat des Ortes auch nebenbei ein wenig zu inhalieren.
Das architektonische Erlebnis beginnt hier mit der Landschaft, diesen sanft-lieblichen pfälzischen Weinbergen, in denen alle paar Kilometer ein kleines Straßendorf zu durchfahren ist. Und hier, am Rand eines solchen Dorfes, das sich Herxheim am Berg nennt (könnte ein Örtchen einen typischeren pfälzischen Namen tragen?), liegt das 'Boardinghouse Himmelreich'. Der Name gibt schon einen Hinweis darauf, dass sich die Bauherren hier einen Traum erfüllt haben - einen architektonischen Traum, den sie im Internationalen Stil haben planen lassen. Doch diese sachliche und wenig ortstypische Architektur haben sie materiell eng mit der Landschaft und der Region verwoben, indem sie neben den sichtbaren Elementen aus Weißbeton Mauern und Gewölbe aus gelbem Sandstein, einem Naturstein, verbaut haben. Zudem bietet das Haus einen Panoramablick über die von Reben geprägten Hügel, über die Rheinebene und die Chemiestadt von BASF bis zum Odenwald - überwacht von der Kirche St. Jakob mit ihrem frühromanischen Glockenturm aus dem 10. Jahrhundert.
Dank einer guten Vorbereitung mit Motiv- und Zeitplan konnte ich mir kurze Pausen gönnen, in denen ich die Beine hochlegen und das Haus aus Sicht eines Gastes erleben konnte - nicht zuletzt, weil die Bauherren mir eines der drei Appartements zur Verfügung gestellt hatten. Das größte Glück des Tüchtigen erwartete mich schließlich kurz vor Einbruch der Dunkelheit: Die Luft war noch warm, der Mond stand über dem Dorf und der Infinitypool lag so still und verlockend da, dass ich kurzerhand meine Arbeitsklamotten ablegte und mich mit Stativ und Kamera ins Becken stellte - selten so einen erquickenden Ausklang eines Arbeitstages erlebt.
geschrieben ohne KI, stattdessen mit Herz & Verstand




