Daniel Vieser . Architekturfotografie, Hildesheim/Karlsruhe

Mehr Holzbau, bitte!

Daniel Vieser . Architekturfotografie

Ich mag Holz. Holz ist ein natürliches Material, ich fühle mich wohl in seiner Nähe. Notfalls könnte man es essen - was sich von den wenigsten Baumaterialien behaupten lässt, die die Bauindustrie heutzutage hervorbringt und die das Bauen in den Industrienationen prägen. Leider. Denn - das zumindest ist meine Erfahrung - sobald sich die Materialisierung von Architektur auf natürliche Materialien konzentriert, wird sie nahbarer, wohliger, ruhiger und schöner. Man schaue sich nur ursprüngliche, vermeintlich ärmliche Dörfer und Siedlungen irgendwo auf der Welt an: Wenige natürliche Materialen schaffen völlig selbstverständlich einen Zusammenhalt zwischen den Bausteinen einer Stadt. Wenn die Häuser einer Straße beispielsweise nur aus Kalkstein, Holz und Ziegeln gebaut sind, dann können sie ansonsten sehr unterschiedlich sein - alleine die Materialien schaffen eine starke Gemeinsamkeit und sorgen für ästhetische Ruhe. Hinzu kommen die vielen Vorteile unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Dass Holz ein hervorragendes Baumaterial ist, hat es über Jahrtausende bewiesen, nur ist das im Laufe der Industrialisierung und unter der Technikgläubigkeit gerade der 70er-Jahre arg in Vergessenheit geraten. Holz als Baumaterial, und nicht nur als Fassadenverkleidung oder Parkett, erlebt seit wenigen Jahrzehnten eine Wiederauferstehung in der zeitgenössischen Architektur unserer Breiten, allerdings nicht überall. Besonders waldreiche Regionen wie Vorarlberg in Österreich sind Vorreiter, aber in Norddeutschland, wo ich lebe, spielt der Holzbau weiterhin eine untergeordnete Rolle. Das ist schade und ich möchte einen klitzekleinen Beitrag dazu leisten, dass sich das langsam ändert.

Das Architekturbüro Hirsch Architekten BDA aus meiner Wahlheimat Hildesheim hat mit einem auf der Holzbauweise basierenden Entwurf den Wettbewerb zum Neubau der Joseph-Müller-Grundschule in Bad Salzdetfurth gewonnen und erhielt auch den Auftrag zur Planung. Bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2026 begleite ich die Bauphase für die Projektbeteiligten mit der Kamera und darf verfolgen, wie hier Holz jeden Tag ein bisschen mehr die Gestalt dieses Gebäudes prägt.

geschrieben ohne KI, stattdessen mit Herz & Verstand

Links

competitionline.de Meldung zur Wettbewerbsentscheidung

Instagram Post von Hirsch Architekten

Projektstatus: in Produktion.
Abschluss der Arbeiten voraussichtlich November 2026.